05:34
19°0.0 kn
TWS15 knTWA62°
All trips
0:008:52
@camelot
max 19°

12 July 2026

Skärvarp → Vinökalv

Distance
38.7 nm
Under way
8:52 h
Top speed
7.5 kn

Ein Knirschen am Bug weckt uns — und der Schrecken ist sofort da: die Camelot wird immer wieder gegen Land gedrückt. So können wir nicht liegenbleiben. Also quälen wir uns aus den Kojen und machen klar zum Ablegen. Eine lange Nacht war das nicht. Immerhin, die Sonne ist schon aufgegangen.

Kurz nach halb sechs legen wir ab, knappe 40 nm vor uns gen Norden. Der Wind kommt genau von dort — Anwindkurs, von Anfang bis Ende. Gut 20 kn in den Böen, die Ostsee nicht besonders ruhig: 0,9 m Welle auf kurzem, steilem Schlag, die die Camelot ordentlich schaukeln lässt. Mia verzieht sich unter Deck und versucht trotzdem zu schlafen, die anderen sitzen ihre Müdigkeit oben aus. Wir kreuzen uns Schlag um Schlag nach Norden vor, an Jungfrun, Mjälen und Gångarholmen vorbei, allesamt backbord. Es macht keinen Spaß, aber es geht voran.

Gegen Mittag dreht das Geschehen: der Kurs schwenkt nach Nordwest, und weil der Wind aus Nord steht, können wir endlich etwas abfallen — vorlicher Wind, die Welle flacht spürbar ab, das Boot beruhigt sich. Wir passieren die Gegend um Västervik, lassen Gränsö udde und die Inseln Lusärna und Krokö backbord liegen. Kein Vergleich zu heute Morgen.

Der Nordwestkurs hält an, der Wind auch — und damit sind wir wieder am Kreuzen. In den geschützten Gewässern ist die See flach geworden, aber der Wind lässt uns trotzdem nicht geradeaus fahren. Wir arbeiten uns zwischen Smågö, Solidö und Vidö hindurch, die Inseln steuerbord. Irgendwann liest Mia aus dem Ostseeblicke vor, während wir auf unsere heutige Ankerbucht zusteuern — hoffentlich klappt das Ankern heute besser als gestern.

Für das letzte Stück läuft der Motor. Der Wind kommt nun aus Nordost, genau wohin wir wollen, und die Distanz ist kurz — die Segel bleiben unten. Wir manövrieren vorbei an Hultö, Vinökalv und Stora Rätö und suchen unseren Platz in der Bucht. Beim ersten Versuch sitzt der Anker — ein kleiner Triumph nach dem gestrigen Gefriemel. Die Bucht ist schön, wenn auch gut besucht; die Schweden lassen sich ihre Natur eben auch nicht entgehen. Mit besserer Ausrichtung als letzte Nacht hoffen wir auf ein ruhiges Erwachen. Erst gehen wir schwimmen, dann putzen wir das Boot, dann essen wir zusammen. Das war der richtige Abschluss für diesen Tag.