12:18
19°
TWS6 knTWA–
All trips
0:0010:57
@camelot
max 19° 21°

4 August 2026

Saltjöbaden → Lilla Marskär

Distance
43.9 nm
Under way
10:57 h
Top speed
6.9 kn

Kurz nach Mittag legen wir ab — Saltsjöbaden liegt noch hinter uns, rund 44 nm liegen vor uns, und der Wind kommt genau aus der Richtung, in die wir wollen. Südwind, 6 kn, bewölkt, 19 Grad. Nach einer Viertelstunde gehen die Segel hoch, und dann beginnt das Aufkreuzen: Schlag für Schlag arbeiten wir uns durch den Schärengarten nach Südost, die Böen bringen kurz 10 kn, und wer nicht aufpasst, findet sich mit einer Krängung von 20° und einem Lecksalat in der Plicht wieder. Das Wasser ist praktisch flach — langer Schwell, fast keine Welle — also geht das Vorankommen trotzdem flott.

Gegen halb drei dreht der Wind einen Hauch nach Süd, und der Kurs öffnet sich zum Vorwindschlagen — wir stehen nicht mehr direkt am Wind, können anlegen und etwas Fahrt machen. Ein kurzer Schlag nach Südwest, dann wieder auf Kurs. Die Stunden des Kreuzens zahlen sich hier aus.

Der Wind zieht kurz an — 13 kn aus Süd, mit Böen bis 16 kn — dann lässt er ebenso schnell wieder nach, auf 6 kn. Ein paar Wenden durch eine engere Passage, den letzten Schlag halten wir nach West. Gegen vier reißt die Wolkendecke auf.

Jetzt liegt der längste Teil des Tages vor uns: gut 20 nm durch Mysingen, den offenen Sund südlich von Stockholm, Kurs grob Südwest. Der Wind hält bei 7 bis 9 kn aus Süd — immer noch auf der Nase, immer noch am Aufkreuzen. Ein langer Schlag nach Südost, zurück nach Südwest, dann wieder nach Südost: so arbeiten wir uns durch den Nachmittag, der Himmel klart weiter auf, 19 Grad, flaches Wasser. Gegen 19 Uhr lässt der Wind auf 6 kn nach, aber er bleibt uns treu aus Süd. Mit dem letzten Schlag nach Südwest halten wir ihn durch bis kurz vor neun — dann schläft er endgültig ein.

Der Wind ist weg. Wir starten den Motor und suchen uns durch die letzten Seemeilen nach Lilla Marskär — noch ein paar Manöver in engerem Revier, dann liegen wir fest. Kurz vor zehn sind die Leinen drüben.

"Heckankern am Fels. Aufregend denn es ist das erste Mal für die neue Crew" — so steht es im Logbuch, und das trifft es gut. Lilla Marskär liegt vor Nynäshamn, einer kleinen Hafenstadt am südlichsten Ende des Stockholmer Schärenmeers, wo die Archipelago-Landschaft in die offene Ostsee übergeht. Nicht viel Trubel hier draußen, eine Felsenküste, für Anna, und Paul war es das erste Mal auf diese Art. Hat geklappt.