12:20
22°
TWS3 knTWA–
All trips
0:007:49
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max 23° 23°

15 July 2026

Oxelösund → Brunskären

Distance
19.7 nm
Under way
7:49 h
Top speed
6.2 kn

Warm ist es schon beim Aufwachen — sehr warm sogar in den Kojen. Mia und Lars ziehen los zum Einkaufen, Jan und Isabell füllen die Wassertanks auf und decken den Frühstückstisch. Beim Essen wird gerätselt, danach wäscht Isabell noch ihre Wäsche. Keine Eile. Irgendwann wollen wir dann aber doch aufs Wasser.

Kurz nach halb eins legen wir ab — mit einer kleinen Aufregung gleich zu Beginn: Nuki springt halb über Bord, ist aber schnell wieder gerettet, sonst läuft alles glatt. Der Motor läuft, die Segel bleiben vorerst unten. Knappe 20 nm liegen vor uns, das Ziel eine schöne Bucht in den schwedischen Schären, Stockholm ein Stück näher. Der Wind hält sich bedeckt, immerhin haben sich ein paar Wolken aufgetan und die Sonne brennt nicht mehr ganz so erbarmungslos wie gestern. Bei 22 °C ist das durchaus willkommen. Wir motoren hinaus auf die Ostsee, passieren den Leuchtturm von Femörehuvud und lassen Ståludden und Furö backbord liegen.

Nach gut einer Stunde unter Motor kommt endlich, was wir uns erhofft haben: Die Segel gehen hoch, der Motor verstummt. Es wird still. Bei raumem Wind geht es gen Nordosten — kein starker Wind, aber er trägt uns, und das Boot kommt voran. Mia steuert sauber an einer grünen Tonne vorbei, Jan klatscht sie ab. Die Rätsel vom Frühstück werden kurz wieder aufgenommen, dann wandern Jan und Mia unter Deck und kochen Enchiladas. U2 läuft dabei. Lars und Isabell halten oben die Stellung. Backbord passieren wir die Leuchttürme von Ledskär und Sälgrund, steuerbord den von Gustav Dalén.

Als das Essen fertig ist, lässt der Wind sowieso etwas nach — ein guter Moment für eine Pause. Wir suchen eine Bucht in der Nähe, werfen den Anker und servieren die Enchiladas. Das Gespräch dreht sich bald um verschiedene Arten, Beziehungen zu führen — eines dieser langen, schönen Gespräche, die sich nur ergeben, wenn niemand irgendwo hinmuss. Die Sonne ist nicht mehr ganz so harsch, eine leichte Brise streicht über das Wasser, die Bucht ist ruhig. Wir genießen es ausgiebig.

Nach zwei Stunden vor Anker machen wir uns schließlich auf. Die Bucht, in der wir lagen, ist inzwischen recht voll geworden — also suchen wir weiter. Wir starten den Motor und fahren ostwärts durch die Schären. Ein Boot nach dem anderen taucht hinter jeder Ecke auf; ganz einsam ist es hier nicht, aber das nimmt man gerne in Kauf. Zwischen den Inseln ragen Felsen aus dem Wasser, auf den kleinen Inseln wachsen Bäume mal allein, mal als kleine Wälder — unberührte Natur auf engstem Raum. Backbord die Leuchttürme von Nedre Kockelskär, Hökö Gupa und Källvik, einer nach dem anderen. Vielleicht gibt der Wind ja noch etwas her, denken wir — mal sehen.

Kurz vor acht laufen wir Brunskären an und machen fest. Die Sonne steht noch hoch, der Abend gehört uns. Nicht schlecht für einen Tag, an dem wir es eigentlich gar nicht eilig hatten.