09:06
17°0.0 kn
TWS13 knTWA74°
All trips
0:0011:05
@camelot
max 22° 22°

7 August 2026

Stegeborg → Berg

Distance
35.2 nm
Under way
11:05 h
Top speed
5.7 kn

Heute geht es in den Göta Kanal — dafür stehen wir früher auf als sonst. Mem, der Ausgangsort für die erste Schleusentour, liegt knapp 6nm westwärts von Stegeborg, und wir müssen dort erst einmal hinkommen. Kurz nach neun legen wir ab.

Der Wind kommt den ganzen Tag aus West, direkt auf die Nase, 9 bis 12 kn mit gelegentlichen Böen. Segeln wäre also sowieso eine zähe Angelegenheit gewesen — so lassen wir die Segel unten und motoren gemächlich den Slätbaken hinauf bis nach Mem. Stegeborg lassen wir hinter uns: Auf der kleinen Insel im Sund stehen die Ruinen des gleichnamigen Schlosses, das hier seit dem frühen 14. Jahrhundert die Einfahrt bewacht hat — und davor versperrten schon mittelalterliche Pfahlreihen den Weg.

In Mem der erste Stopp: Einchecken in den Göta Kanal, gut Geld dalassen, Briefing, und dann die allererste Schleuse. Noch ein bisschen holprig — Anna, Jan, Paul, Victoria und Nanuq finden sich in die neue Choreographie ein, aber wir halten uns an die Anweisungen des Schleusers und kommen unbeschadet durch. Was folgt, ist ein bunter Reigen: Schleuse an Schleuse, dazwischen eine kurze Wartezeit vor einer Brückenöffnung, zwei Doppelschleusen hintereinander am frühen Nachmittag. So schlängeln wir uns ziemlich erfolgreich durch einige der noch vielen Schleusenkammern.

Den Vogel schießen wir gegen 16 Uhr ab. Beim Übersteigen verhängt sich die Heckleine hinter dem Steg, wir kriegen sie nicht rechtzeitig frei, sie platscht ins Wasser — und Anna steht an Land, ohne Leine in der Hand. Kurz vor der Einfahrt ist es eng genug, dass wir unser Boot beinahe quer in den Schleuseneingang schieben; der Wind dreht uns dabei die Spitze herum, sodass eine Dreihundertsechzig-Grad-Drehung im Kanal nötig wird. Die Schaulustigen am Ufer bekommen ihr Hafenkino. Wir kommen ohne Kratzer durch und setzen zum zweiten Versuch an — der klappt dann reibungslos.

Gegen halb sechs die letzte Schleuse des Tages, sodass wir es kurz vor Feierabend der Schleusenwärter noch auf den Roxen schaffen. Perfekt! Denn so können wir die abendlichen Stunden noch nutzen, um etwas mehr Strecke zu machen. Gegen 19:30 Uhr erreichen wir dann Berg, ein nettes Örtchen an der Westseite des Roxens.

Berg liegt rund 10 km nordwestlich von Linköping, direkt am Göta Kanal — und hier beginnt eine der bekanntesten Schleusentrep­pen der ganzen Strecke: Sieben Schleusen heben die Boote in rascher Folge auf ein höheres Niveau. Das Öffnen und Schließen der alten Schleusentore, das Warten, das langsame Steigen im Wasser — das zieht jeden Sommer Zuschauer an, und wir werden morgen selbst mittendrin sein.