Um kurz nach 16 Uhr legen wir in Bomarsund ab — knappe 30 nm liegen vor uns, gen Südosten Richtung Foderholmen. Der Motor läuft, der Wind ist mit 3 bis 25 kn aus Südwest zu unbeständig für ein ruhiges Segelmanöver in den engen Gewässern hier. Wir motoren nach Süden, vorbei an Prästö an Steuerbord und den kleinen Inseln Gersholm und Högholm an Backbord. 18 °C, leicht bewölkt, das Wasser noch fast glatt — ein ruhiger Start in den langen Abend.
Dann gehen die Segel hoch. Wir setzen die Genua 1 und fallen auf Nordostkurs ab — und der Wind, der gerade noch unruhig aus Südwest stieß, liegt nun genau richtig achterlich: ein breiter Raumschots-Kurs, der sich fast von allein segelt. Vorbei am Leuchtturm Bredskärskobben und Stockgrund an Steuerbord, das Kap Svartholm bleibt an Backbord. Gut 9 nm legen wir so zurück, die Sonne steht noch hoch — sie geht hier oben spät unter — und die Fahrt macht Spaß.
Der Kurs dreht auf Südost, und damit dreht sich auch alles andere: Der Wind kommt nun von vorlicher, wir gehen auf Am-Wind-Kurs und arbeiten uns in einem langen, kurvenreichen Schlag durch das Inselgewirr. Sånökubb und Mosshaga an Backbord, Enskär an Steuerbord — es ist das typische Kreuzen durch die Schären, konzentriert und etwas mühsam, aber irgendwie gehört das dazu. Gut drei Stunden dauert dieser Abschnitt, und als wir am Ende einen klaren Kurs anlegen können, ist die Erleichterung deutlich spürbar.
Die Segel kommen runter, der Motor springt an. Die Sonne ist gerade untergegangen, es ist kurz nach halb elf, als wir den letzten kurzen Schlag nach Südwest in Angriff nehmen. Ruhiges Wasser, kaum noch Wind — vorbei an den Leuchttürmen Sottunga Rödgruno und Ljungö an Backbord, Bänö an Steuerbord, und dann liegt Foderholmen vor uns. Wir gehen mit dem Heckankern fest. Ein langer Tag, aber ein guter.
27. Juli 2026
Der nächste Tag soll ein Ruhetag werden — das tut uns gut, und wer will, kann die Zeit auch zum Arbeiten nutzen. Früh morgens allerdings weckt uns ein dumpfes Stoßen: der Kiel trifft auf etwas Hartes. Der Heckankern hat sich im unerwarteten Seitenwind etwas gesetzt, wir sind quer zum Stein getrieben. Kein schöner Morgen, dazu noch Nieselregen. Wir entscheiden uns, ein paar hundert Meter weiter normal zu ankern — und dort liegen wir ruhiger und ohne weitere Überraschungen.