Kurz vor elf legen wir in Brunskären ab. Der Motor übernimmt, der Wind aus Nord ist kaum der Rede wert, und das Wasser liegt fast spiegelglatt. Bei einundzwanzig Grad und klarem Himmel eine angenehme Art, den Tag zu beginnen — wir motoren gut zwei Seemeilen nach Osten und suchen Segel-wind.
Der Motor schweigt, die Segel gehen hoch: Großsegel und Genua zwei. Leider weht der Wind genau aus der Richtung, in die wir wollen — aus Ost — also geht es am Wind auf Kurs Ost. Einen Schlag müssen wir wenden, ansonsten kommen wir auf einem langen Aufkreuzkurs gut voran. Die Flaute hält sich im Zaum, zwischendurch baut die Brise auf gut zwölf Knoten auf, das Boot legt sich ordentlich in die Seite. Knapp zehn Seemeilen in zweieinhalb Stunden — für ein Aufkreuzen kann man damit leben.
Der Wind frischt aus Ost auf und bleibt stur da, wo wir hinwollen. Jetzt wird es sportlicher: Die Brise steht frisch, das Boot presst sich mit bis zu fünfundzwanzig Grad Krängung durch die leichte Welle — eine gute Portion Arbeit. Durch den gewundenen Kurs gen Nordost hangeln wir uns Wende um Wende voran, dreizehn Seemeilen im Laufe des Nachmittags. Wir kommen an.
Der Wind bleibt östlich, lässt aber nach und zu — von fast nichts bis zu einer frischen Brise, immer wieder. Vor dem Wind liegt er nun leicht vorlicher als querab, was uns einen angenehmen Vorwindkurs gen Nordost erlaubt, ohne dass wir ständig wenden müssen. Die See hat sich gelegt, kaum noch Bewegung unterm Kiel. Gut elf Seemeilen, die Boot beruhigt sich, die Crew auch.
Am Abend, die Sonne noch hoch — hier geht sie spät unter — drehen wir auf Westkurs und lassen uns mit leichtem Ostwind auf breitem Raumschot in die Bucht bei Muskö tragen. Eine Halse, dann legen wir nach skandinavischer Art mit dem Heck an den Fels. Außer einem anderen Boot haben wir die Bucht für uns.
Den Abend verbringen wir an Bord, aber nicht einfach so: Das Sonnensegel wird zur Kinoleinwand umgebaut — gespannt am Großbaum, Film läuft. Ganz dunkel wird es in dieser Nacht ohnehin nicht, dafür sind wir zu weit im Norden. Ein gelungener Abschluss für einen langen Segeltag.