Der Wecker klingelt — und niemand bewegt sich. Es braucht Jan, der die Crew mit lautstarkem Singen durch die Koje treibt, bis wir tatsächlich auf den Beinen sind. Kurz vor neun legen wir ab, der Morgen ist klar, 18 Grad, und knapp 37 nm liegen vor uns gen Osten und Norden bis Gubbön.
Der Wind kommt aus Nord und steht uns für den Kurs nach Osten gut auf der Seite — ein angenehmer Vorwindwinkel, der das Boot flott macht. Die See ist flach, die Schläge durch das Revier winden sich, aber der Wind schiebt uns ordentlich voran, und wir holen aus dem bockigen Nordwind gute Fahrt heraus. Zwischendrin spielen wir das Neandertaler-Spiel an Deck — wir können nicht sagen, ob das die Navigation verbessert, aber die Stimmung schon.
Gegen Mittag dreht der Kurs nach Norden, und damit liegt der Wind, jetzt aus Nordost und frischer im Anschlag, etwas weiter vorne. Ein kurzer, steiler Seegang von gut einem Meter macht die Fahrt ein wenig ruppig — nicht wild, aber man merkt es. Wir arbeiten uns hoch am Wind, halten den Kurs so gut es geht, und kommen dabei zügig voran.
Am frühen Nachmittag fällt der Wind auf ein paar Knoten zusammen und dreht auf Ost — für unseren Kurs nach Norden genau von der Seite, aber einfach zu wenig, um das Boot zu bewegen. Wir lassen die Segel runter und starten den Motor. Die See legt sich, die Fahrt wird ruhiger, und wir schieben uns nordwärts, während die Sonne weiter auf das Cockpit brennt.
Gegen halb sechs laufen wir Gubbön an. Der Ankerplatz liegt direkt am Fels — Heckankern ist angesagt, und beim ersten Versuch hält der Anker noch nicht, beim zweiten sitzt er fest. Dann ist Schluss mit Navigieren: Die halbe Crew liegt wenige Minuten später im Wasser. Ein guter Abschluss für einen langen Tag.