05:30
15°5.1 kn
TWS8 knTWA100°
All trips
0:009:47
@camelot
max 17° 18°

24 July 2026

Österhamn → Havsvidden Marina

Distance
51.1 nm
Under way
9:47 h
Top speed
9.3 kn

Kurz nach halb sechs legen wir ab — die Sonne steht schon über dem Horizont, aber die meisten vernünftigen Menschen schlafen noch. Südwind, raumschots nach Nordosten, das Großsegel und die Genua ziehen gleichmäßig: ein ruhiger, schräger Start in den Tag. Das Wasser liegt fast glatt, die Bewölkung hängt noch tief, und irgendwo zwischen erstem Kaffee und Frühstück lichten sich die Wolken ein wenig. Wir passieren nacheinander die Leuchtfeuer bei Simpnäsklubb und Gävlehästen an Steuerbord, Näskubben an Backbord — die schwedische Schärenküste verabschiedet sich in gewohnter Stille. Dann der Ruf, auf den die ganze Crew gewartet hat: Land in Sicht — (Å)Land.

Der Wind zieht auf und bleibt südlich — wir laufen weiter vor dem Wind, diesmal gen Norden, und die Fahrt nimmt spürbar zu. Gleich zu Beginn hissen wir die åländische Flagge: Wenn man schon in ihre Gewässer einläuft, soll das auch sichtbar sein. Gleichzeitig fällt eine Entscheidung, die den Rest des Tages bestimmt: Wir umfahren die Inselgruppe von Norden statt von Süden. Der angekündigte Wind aus Süd dürfte dort draußen unangenehm werden — die Inseln im Norden sollen uns Deckung geben. Ob der Plan aufgeht, wird sich zeigen.

Der längste Schlag des Tages, und der Wind hat sich etwas entschieden: Böen bis fast dreißig Knoten mischen sich unter die ruhigeren Phasen, raumschots vor dem Südwind geht es weiter nordwärts. Die See bleibt trotz der Böen überraschend gutmütig — langer Wellenschlag, kein unangenehmes Stechen. Das Boot läuft entsprechend: kurz touchiert die Logge über neun Knoten, was uns niemand übelnehmen wird. Wir lassen die Leuchtfeuer bei Gisslan, Töllingbådan und Enskär Kobben nacheinander an Backbord passieren. Die nördliche Route durch den Åland-Archipel entpuppt sich als die richtige Wahl — der Südwind schiebt, und die Inseln halten, was sie versprochen haben.

Robbe gesehen!

Am Mittag dreht der Kurs nach Osten, der Wind steht jetzt querab — ein schöner Raumwindkurs, der sich zunächst auch so anfühlt. Dann läuft der Wind weiter auf, und wir binden erst ein Reff ein, kurz darauf das zweite. Wir passieren Tistronskatan an Steuerbord, dann Ersklobbsgrundet und Mellanskär. Irgendwo hier, zwischen diesen unaussprechlichen Schären, liegt der nördlichste Punkt der gesamten Reise — und damit auch der nördlichste Punkt, den die Camelot je erreicht hat. Das vermerken wir im Log, ohne großes Aufheben. Nanuq zeigt sich unbeeindruckt.

Die letzten Seemeilen zur Havsvidden Marina legen wir unter Motor zurück — Segel geborgen, Kurs Südost. Kurz nach drei am Nachmittag machen wir fest. Rund einundfünfzig Seemeilen, ein früher Aufbruch, eine gute Entscheidung auf halber Strecke, und am Ende ein Liegeplatz, den die Inseln ringsum ordentlich abschirmen. Der Tag hat gehalten, was er beim Frühstück noch schuldig schien.