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7 July 2026 – 8 July 2026

Skillinge → Kristianopel

Distance
82.6 nm
Under way
13:57 h
Top speed
10.0 kn

Wir legen ab, um kurz nach halb zwölf in der Nacht — die Dunkelheit ist Absicht, nicht Zufall. Nachtfahrt durch die Hanö-Bucht, Kurs auf Kristianopel: knappe 80 nm liegen vor uns, und wir wollen sie hinter uns bringen, während die anderen schlafen. Der Motor bringt uns aus dem Hafen, draußen pfeift es schon ganz ordentlich aus Nordwest, aber die Welle ist noch flach. Nach gut einer halben Stunde sind wir weit genug heraus — Motor aus.

7. Juli 2026, 23:48

Die Stimmung ist gut, die Banane ist dabei — man kennt das. Dann frischt es auf, schneller als gedacht. Die Welle baut sich auf, kurz und steil aus Nordwest, das Boot arbeitet spürbar. Wir binden das erste Reff ein. Gut so.

Die Nacht gehört uns. Der Wind hält, die Böen reichen zeitweise weit in den sportlichen Bereich, aber der Kurs stimmt — mit dem Wind achterlicher Beam laufen wir zügig nach Nordost. Wolken sind weg, Sterne stehen klar. Wir gehen Wache, einer schläft, einer schaut auf die Lichter anderer Schiffe, die durch die Bucht ziehen. Eine Nacht wie aus dem Bilderbuch — sofern man sich nichts dabei einbildet.

Mit den ersten hellen Streifen am Horizont, lang vor dem Sonnenaufgang in dieser Jahreszeit, kommen wir an Utklippan vorbei und halten den Kurs. Der Wind dreht etwas westlicher, die Welle legt sich ein wenig. Dann ein Fund, den wir lieber nicht gemacht hätten: Zwei Schrauben an den Salingen haben sich gelöst, und der Baum hat sich aus seiner Verankerung am Mast gelöst — eine Mutter losgekommen. Wir sichern alles so gut es geht und fahren weiter. Das Boot läuft, wir schauen genauer hin als zuvor.

Der Wind dreht zurück nach Nordwest und steht uns jetzt querab — ein Vorwindkurs wird zum Am-Wind-Kurs, das Boot legt sich in die Krängung. Dennoch arbeiten wir uns gut nach Nordost vor, die Küste kommt näher. Immer noch böig, immer noch eine ordentliche Welle, aber das Licht ist klar und die Laune hält.

Der letzte Schlag nach Kristianopel ist gegen den Wind — aus Nordwest, genau woher wir wollen. Wir kreuzen uns durch, die Böen greifen noch einmal richtig zu, aber es sind nur noch wenige Seemeilen. Gegen Mittag laufen wir ein und legen mit Heckboje fest. Eine lange Nacht und ein langer Vormittag, aber wir sind da — und für das, was die Hanö-Bucht uns alles geschickt hat, war das eigentlich eine saubere Überfahrt.