09:42
16°
TWS14 knTWA13°
All trips
0:007:59
@camelot
max 21° 20°

9 August 2026

Borensberg → Hästholmen

Distance
34.5 nm
Under way
7:59 h
Top speed
6.8 kn

Eigentlich sollte es heute nach Jönköping gehen, aber da wir es gestern nicht mehr auf den Motala-See geschafft haben, brauchen wir eine Alternative – eine, die für Victoria passt, die heute von Bord geht, und für Sophia, die neu einsteigt. Mal sehen, wo wir am Ende landen. Um 09:46 legen wir ab. Früher geht nicht, da wir erst noch auf ein Schiff warten müssen, was runtergeschleust wird, bevor wir die Treppe nutzen können.

Die Schleusung geht dann schneller als gedacht! Es dauert gerade einmal eine knappe Stunde, dann sind wir durch alle 5 Kammern der Treppe durch.

Auf dem Kanal ist es nicht mehr weit bis zum Vättern. Ein kurzer Wartestopp von zehn Minuten, bevor sich eine Eisenbahnbrücke für uns öffnet – dann geht es weiter, eine letzte Schleuse des Tages, danach ist der Weg frei.

Und plötzlich haben wir den Vättern erreicht. Ein riesiger See dessen Ufer man nicht von der anderen Seite erkennen kann. Tief ist er auch und deswegen recht frisch. Auch im Summer ist er hier an der Oberfläche nicht viel wärmer als 18 Grad.

11:52 Uht

Kurz vor zwölf gehen dann endlich mal wieder die Segel hoch! Der Wind hat inzwischen auf 14 kn aus Südwest zugelegt und steht deutlich vorlicht, wir kreuzen hart am Wind nach Westen. Die Wasserfarbe des Sees beeindruckt uns richtig – ein sattes, klares Blau, wie man es nach Tagen des brackigen Kanalwassers hier nicht erwartet hätte. Mit auffrischenden Böen bis 25 kn legt sich die Camelot ordentlich in die Krängung, und wir binden ein Reff ein, bevor der Nachmittag noch mehr Wind bringt.

12:46

Mit dem Reff im Groß geht es weiter hart am Wind nach Süden, genau von dort, wo der Wind herkommt. Irgendwie lässt uns das schon die ganze Tour lang nicht los: Der Wind kommt immer genau von da, wo man hin möchte. Gerade heute, wo es zeitlich alles ganz schön knapp ist… Kreuzkurs also, mit ein paar Schlägen nach Südost und wieder zurück nach Südwest, während sich der Himmel allmählich zuzieht.

Am Nachmittag notieren wir eine kleine Premiere: Zum ersten Mal segelt die Camelot mit Süßwasser unter dem Kiel, und selbst die Klospülung läuft jetzt mit Trinkwasser. Nach einem letzten kurzen Schlag gehen kurz vor Hästholmen die Segel runter und wir fahren in den Hafen. Schon aus der Distanz sehen wir unseren langersehnten Besuch am Leuchtfeuer sitzen und uns winken. Ein bisschen wackelig wird das Anlegemanöver, aber es klappt wieder mal ohne Kratzer. Damit endet ein Tag mit ordentlich Kreuzarbeit gegen den Wind, aufregend genug mit steifen Böen und Krängung, aber am Ende sicher in Hästholmen festgemacht.

Der Abend bringt dann noch einen ausgiebigen kleinen Spaziergang durch das Örtchen. Nett hier, würde man sagen, gefühlt fernab von Touristen und Mainstream-Segeln. Gastleigeplätze gibt es auch gerade einmal 4 Stück und beim Hafenmeister wird mit Papier bezahlt. Das haben wir im digitalisierten Schweden so auch noch nicht erlebt.