Um 6:05 Uhr sind die Leinen los, noch vor Sonnenaufgang, und Assens verschwindet grau und still hinter uns. Der Kartenplotter zickt gleich zu Beginn ein wenig, aber wir kriegen ihn beruhigt, bevor es wirklich zählt. Kaum sind wir aus dem Hafen, gehen Großsegel und Genua hoch und wir schlagen unseren Kurs nach Süden ein, gut 56 nm liegen vor uns bis Schilksee.
6:38
Der Wind steht schön aus West, so um die 13 kn, und wir kommen zügig südwärts. Es bläst stetig durch den Vormittag, mit Böen bis 19 kn, die die Camelot ordentlich in die Krängung legen. Zeit für unser Frühstück.
9:07
Gegen neun binden wir ein Reff ein, als es etwas frischer wird. Kurz darauf nehmen wir das Reff schon wieder heraus – denn wir wollen Strecke machen. Bis hierhin stand fest: Heutiges Ziel wird Kappeln an der Schlei sein. Denn Birte muss kurzfristig von Bord und muss ihren Zug schaffen. Doch als der Wind auf 20 kn mit Böen bis 25 kn aufdreht ist uns klar: Wir schaffen heute mehr als das. Und so setzen wir unseren Kurs weiter gen Süden Richtung Kiel!
Der Wind dreht etwas achterlicher, wir segeln nun raumschots, und die Camelot rennt mit bis zu 8,6 kn über eine mittlerweile spürbar unruhigere Ostsee. Böig bleibt es weiterhin aus West, die Krängung geht zeitweise auf 24 Grad – ein Kurs, bei dem man sich gut festhält.
In der Kieler Förde luven wir noch einmal weiter an. Nur knapp verpassen wir eine Regenwolke. Es ziehen schon den ganzen Tag etliche an uns vorbei, doch bisher sind wir weitestgehend vom Regen verschont geblieben.
Wir überlegen kurz, welcher Hafen heute am sinnvollsten erscheint. Zur Auswahl stehen Laboe, Strande und Schilksee. Wir entscheiden uns für Letzteres. Kurz vor dem Ziel zieht denn doch nochmal ein kurzer aber kräftiger Schauer über uns vorbei. Hat nicht ganz geklappt mit den trockenen Klamotten zur Abreise…
Schilksee ist vor allem als Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe von 1972 bekannt, als München die Sommerspiele ausrichtete – heute ein ruhiger aber großer Sportboothafen an der Kieler Förde, in dem wir den Tag ausklingen lassen. Ein Tag mit ordentlich Wind aus West, mal mehr, mal weniger Welle, und einer Crew, die am Ende zufrieden und on Time an Land steht.