Kurz vor 17 Uhr legen wir von Kyrkogårdsön ab — Kurs auf Vaxholm, gut 15 nm in Richtung Südwesten. Der Keilriemen war gerade noch rechtzeitig dran: Kurz nach dem Ablegen wird er gewechselt, der alte hat ein paar Zähne verloren. Besser jetzt als später.
Die Genua geht nach etwa zehn Minuten hoch, und dann beginnt die eigentliche Arbeit: der Wind steht aus West bis Südwest, also genau aus der Richtung, in die wir wollen. Durch den Schärengarten schlagen wir uns nach Südwesten vor — ein langer Schlag, dann zurück, immer wieder — bei 12 kn am Wind, das Boot legt sich gelegentlich flott auf die Seite, bis zu 15° Krängung. Schloss Östanå liegt eine knappe Seemeile an Steuerbord, kurz darauf passieren wir Siaröfortet an Backbord, nahezu auf Tuchfühlung: eine Festungsanlage aus dem frühen 20. Jahrhundert, in die Felsen gebaut, und aus der Nähe durchaus beeindruckend. Der Himmel ist zunächst bedeckt, klart aber im Laufe des Nachmittags auf, und mit 23 °C ist es warm genug, um das Aufkreuzen zu genießen.
Gegen halb neun fallen die Segel, und wir laufen unter Motor in den Hafen von Vaxholm ein. Kurz vor neun sind wir fest.
Vaxholm ist so etwas wie das Tor zum Stockholmer Schärengarten: eine kleine Stadt auf einer Insel, die den schmalen Sund kontrolliert, durch den der Seeweg zur Hauptstadt führt. Entsprechend hat die Festung hier eine lange Geschichte, und das Städtchen selbst — mit seinen Holzhäusern, dem kleinen Hafen und dem Treiben entlang der Kaimauer — ist ein beliebtes Ausflugsziel für Stockholmer. Ein ruhiger Abend nach einem handfesten Stück Aufkreuzen.