Kurz nach zehn legen wir in Sandvik ab, der Wind aus Nord bringt knapp 3 bis gut 10 kn — also eher wenig, aber für einen Close-Reach-Kurs gen Westen reicht es. Die Segel stehen gut, und wir kommen ordentlich voran. 17 Grad, teilweise bewölkt, die See fast flach: ein angenehmer Start in einen langen Tag. Gut 35 nm liegen vor uns, irgendwo im Norden wartet Skärvarp.
Der Kurs dreht auf Nordost, und wir halten den Wind weiterhin knapp vor dem Bug. Backbord passieren wir den Leuchtturm Bokoskar Rear — ein kurzer Blick, dann liegt er achtern. Insgesamt läuft es ruhig und stetig, der Rhythmus des Tages ist gefunden.
Jetzt geht es auf Nordkurs, und der Wind steht genau dort, wo wir hinwollen. Also kreuzen wir: Wende um Wende arbeiten wir uns durch ein enges, gewundenes Revier. Nicht das schnellste Vorankommen, aber es hält alle wach.
Der Nachmittag gehört dem langen Nordschlag. Der Wind steht noch immer von vorn, also kreuzen wir weiter — die Schläge werden länger, das Revier offener. Backbord ziehen Kyrkgångsskär, Ävrö und Utlångö nacheinander vorbei. An Bord ist es dabei erstaunlich gemütlich: Mia liest aus „Ostseeblicke
Irgendwann am Abend bergen wir die Segel und wechseln unter Motor. Der Wind hat sich fast gelegt, die See ist spiegelglatt — und wir suchen uns langsam unseren Weg nach Nordwest durch ein Inselgewirr, an Jungfrun, Mjälen und Gångarholmen backbord vorbei. Dann: eine Bucht, die wir so nicht erwartet hätten. Kein anderes Boot, unberührte Natur ringsum. Hier wollen wir ankern — das erste Mal auf dieser Reise skandinavisch, mit dem Heck zum Fels. Was sich einfach anhört, braucht dann doch zahllose Versuche, bis der Anker endlich sitzt. Kurz bevor die Sonne hinter den Inseln verschwindet — und das dauert hier oben lang — ist es geschafft. Gut so.