Der letzte Segeltag — wobei das mit dem Segeln noch offen ist. Knapp 12 nm liegen vor uns, Kurs gen Stockholm, und der Wind steht bei etwa 3 kn aus Nord. Um kurz vor elf legen wir ab, der Himmel grau, die Wasseroberfläche spiegelglatt. Der Motor läuft, die Segel bleiben unten.
Die Fahrt durch den Kanal auf dem Weg nach Stockholm entschädigt für alles. Das Fahrwasser ist nur wenige Meter breit, rechts und links wechseln sich kleine Holzhäuser mit dichtem Wald ab, und eine Entenfamilie quert seelenruhig unseren Kurs. Stockholm rückt näher.
Kurz darauf passieren wir die Nya Skurubron — eine große Bogenbrücke, die man sich merkt. Um uns herum wird es spürbar städtischer, die Ufer dichter bebaut, mehr Verkehr auf dem Wasser.
Auf dem Weg in die Stadt legen wir kurz an einer kleinen Tankstelle an. Die Leute dort sind ausgesprochen freundlich, und als Nanuq von Bord springt, ist die Tankwärterin kaum noch von ihm wegzukriegen. Wir tanken, holen uns eine Restaurantempfehlung für den Abend — dann geht es weiter Richtung Westen, am Riddarhuset und dem Bondeska Palatset vorbei, beide Barockbauten aus dem 17. Jahrhundert, backbord an uns.
Einige Motorboote haben ein ordentliches Tempo drauf, und ihre Wellen schütteln uns ganz gut durch. Gegen halb zwei erreichen wir den Zielhafen direkt neben dem Wasa-Museum — und müssen erst warten, bis ein Liegeplatz frei wird. Passt. Dann Klarschiff: Aufräumen, Boot putzen, Winschen fetten. Den Abend verbringen wir in der Altstadt von Stockholm beim Essen und anschließend mit einigen Runden Doppelkopf.
Am nächsten Tag bleiben wir noch. Das Wasa-Museum steht auf dem Programm — und das direkt nebenan zu haben wäre zu schade, um es zu verpassen.