06:33
15°0.0 kn
TWS3 knTWA54°
All trips
0:0013:48
@camelot
max 20° 21°

2 September 2026

Schilksee → Rostock Yachtclub Warnow

Distance
79.5 nm
Under way
13:48 h
Top speed
9.1 kn

6:30 Uhr

Um 06:30 Uhr legen wir in Schilksee ab, kurz nach Sonnenaufgang, knapp 80 nm liegen vor uns bis Rostock. Das wird einer der längsten Segeltage des ganzen Sommers. Jedoch sieht das Wetter der nächsten Tage ziemlich bescheiden aus, deswegen fiel die Entscheidung auf eine lange Etappe an diesem Mittwoch.

Unter Motor verlassen wir in der morgendlichen Stille die Marina. Ein wunderschöner Sonnenaufgang verabschiedet uns aus der Kieler Förde an diesem letzten Segeltag. Dann geht kurz nach sieben Großsegel und Genua hoch, und der Wind steht von hinten – ein Geschenk für den Kurs, den wir wollen. Aus 4 kn Südwestwind zu Beginn wird bis kurz vor neun schon eine ordentliche Portion mit 16 kn und Böen bis 20 kn. Wir laufen flott nach Nordost.

Den Kurs können wir nicht direkt Richtung Rostock setzen, denn wir müssen zuerst ein militärisches Sperrgebiet umrunden. Wir wollen ja kein ballistisches Geschütz durchs Segel fliegen sehen. Gegen halb zehn erreichen wir die nördlichste Tonne des Sperrgebietes Todendorf und nehmen Kurs auf den Fehmarnsund.

Der Wind bleibt uns treu von Südwest, jetzt etwas gemäßigter bei 14 bis 17 kn, aber schräg von hinten und damit weiter angenehm zum Segeln. Ein kleines Nickerchen an Bord ist angesagt.

12:30 Uhr

Der Kurs dreht auf Ost, der Wind bleibt bei 14 bis 15 kn aus Südwest, raumschots weiter ein bequemer Wind. Am Mittag passieren wir die Fehmarnsund-Brücke. Wir sind dabei nicht die einzigen und werden von einigen Mitseglern begleitet. Doch gefühlt alle von ihnen passieren wir mit ein paar mehr Knoten durchs Wasser an Backbord.

Der Nachmittag zieht sich lang, aber angenehm hin: weiter Ostkurs, der Wind pendelt zwischen 11 und 15 kn aus Südwest, die Krängung liegt zwischenzeitlich bei 14°. Es ist eine ruhige, stetige Fahrt ohne große Überraschungen, dafür mit ordentlich Strecke unter dem Kiel.

Gegen 15 Uhr ist dann Land in Sicht. Der große Kühlturm in Rostock scheint schon aus der Ferne am Horizont. Nach sind es aber gute 20nm bis zu den Molenköpfen in Warnemünde.

Der Wind lässt weiter etwas nach, 11 bis 13 kn, mal aus Südwest, mal aus West, aber immer noch schön raumschots für unseren Ostkurs.

Vor Warnemünde bekommen wir dann Besuch auf dem Wasser von Freunden. Mit ihrem Motorboot spielen sie das Empfangskomitee dieses letzten Törns! Herrlich, dass sich so kurz vor der Einfahrt noch die Abendsonne zeigt. Danach biegen wir in die Warnow ein. Dann zieht es sich aber recht schnell zu.

Der Wind dreht auf West und schläft langsam ein, von 8 auf 4 kn, jetzt genau von der Seite. Der Kurs schwenkt nach Süden, ruhig und mit wenig Krängung geht es dahin, bis der Wind kurz vor acht endgültig zu schwach wird und wir auf Motor umschalten.

Kurz nach acht kommen die Segel herunter, die letzte Strecke nach Rostock fahren wir unter Maschine bei spiegelglattem Wasser. Um 20:14 machen wir im Yachtclub Warnow fest. Ein langer, in weiten Teilen traumhafter Segeltag geht zu Ende – stetiger Wind, flaches Wasser und eine Etappe, die von früh bis spät ohne eine einzige Wende durchlief.

Es ist das Ende des „Swedish Summers“. Hier schließt sich der Kreis, wo wir vor ca. 2 Monaten gen Osten aufgebrochen sind. Verrückt, was für Eindrücke, Erlebnisse und tolle Mitsegler in dieser Zeit die Tour begleitet haben.