Wer früh aufsteht, fängt bekanntlich den Wurm — wir haben das heute bewusst ignoriert und legen erst am Nachmittag ab. Ziel ist Waxholm, knapp vierzehn Seemeilen östlich. Unter Motor geht es zunächst durch Stockholm: Riddarhuset und das Bondeska palatset ziehen steuerbord vorbei, beide aus dem siebzehnten Jahrhundert und mitten im Stadtbild. Der Wind bläst aus Nordost, mal kaum spürbar, mal mit ordentlich Druck — aber da wir sowieso motoren, spielt er keine Rolle. Gut sieben Grad zu warm zum Frieren, zu grau zum Strahlen. Auf dem flachen Wasser läuft es ruhig, und wir kommen zügig voran.
17:01
Am Stadtrand stellen wir den Motor ab und setzen Segel. Der Wind kommt genau aus Nordost — also genau von dort, wo wir hinwollen. Wir kreuzen uns durch den Schärengarten: Wenden, wieder Wenden, Lidingön an der Seite, Elfviks udde und Mölnaudd jeweils backbord querab. Das Arbeiten durch die engen Passagen mit dem Wind auf der Nase hat seinen eigenen Rhythmus, auch wenn er nicht der schnellste ist. Kurz kommt die Kamera raus. Mit bis zu fast sieben Knoten in den Böen läuft es ordentlich für einen Am-Wind-Kurs.
Irgendwann reicht es uns mit dem Kreuzen, der Motor kommt wieder ran. Vorbei an Vaxholm und dann an zwei bemerkenswerten Festungsanlagen: Byviksfortet steuerbord, das 16:e batteriet danach — beide zeugen davon, dass dieser Seeweg schon lange verteidigt wurde. Der Leuchtturm auf Mjölkö passiert uns backbord. Dann legen wir in der Gästhamn von Waxholm fest.